ALTERNATIVE ZU HOLZ Es muss nicht immer Holz sein. Natürlich zählen Schlagzeuge aus Maple und Birke zu den universellsten und bestklingendsten Drums - wer würde das bestreiten. Jeder Werkstoff hat allerdings seinen spezifischen Klang: Mapledrums klingen tendenziell wärmer und sustainreicher als Kessel aus Birke. Letztere haben allerdings klare Vorteile beim Recording und sind beliebter in Studios. Aber genauso wie es eklatante Soundunterschiede zwischen Mahagoni, Pappel und Eiche gibt, erweitern Drums aus Kunststoffen und Metallen die klangliche Vielfalt und das Spektrum an möglichen Sounds um ein vielfaches.

Acryl (Plexiglas), Fiberglas (Glasfaser), Carbon (Kohlefaser), Stahl, Messing, Bronze finden nicht nur bei Snares Verwendung, sondern werden auch für komplette Shellsets eingesetzt. Nicht ohne Grund setzt Sonor seinen wichtigsten Endorser – Superdrummer Thomas Lang – mit dem "X-Ray Acryl Set" (Bild rechts) erfolgreich in Szene.

Die erste grosse Reanimation einer Acrylserie seit den 70ern! Einige Companys wie "Fibes" oder "Tempus" bauen (auch heute) ausschliesslich Fiberglasdrums. Fiberglas und Acryldrums klingen härter und druckvoller und haben einen klar definierten Attack: Viele US-Studios schwören auf "Fibes" Drums. Der Bühneneffekt ist natürlich nicht ganz unwichtig: Die Design-Möglichkeiten sind grenzenlos. Hier habe ich nochmal ein paar wichtige Companys aufgelistet. Eine Extra Seite zu North findet Ihr hier.

LUDWIG (USA) Vistalite - der Klassiker. John Bonhams Amber Vistalite Kit - das "Clockwork-Orange-Kit".
FIBES (USA) Die 70´s Legende lebt immer noch und ist in vielen US-Studios beliebt - weil: Sensationeller Punch! ZICKOS (USA) Die Pioniere aus den 60´s. Haben das erste Kit mit durchsichtigem Acryl entwickelt.
NORTH (USA) Das erste Designer-Fibredrum der Geschichte. Das aymetrische Kit mit den Trichterhörnern. Mehr dazu hier. STACCATO (GB) Die Antwort auf das "North" aus England: Das futuristische Drumkit mit den skurrillen Thunderhorns. HAYMAN (GB) Godfathers der Acryldrums: Das legendäre Hayman "Iceberg Kit" mit den runden Böckchen, die man später beim Staccato sah - und viel später bei DW.
PEARL (JPN) Legendär: Die "Transparents" Anfang der 70er. Im Congabreich baut Pearl heute noch viel mit Fiberglas. SONOR (GER) Acryl - als Champion und Superchampions in den 70´s beliebt. Wieder neu aufgelegt (Thomas Lang). IMPACT (USA) Die Quadrattrommeln der 80er. Ein Versuch nach Staccato und North neue visuelle Wege zu gehen.
KUMU (FIN) Cooles Fibre-Go-Kit. Die Finnen sind auch im Fiberglasrevier aktiv. TEMPUS (USA) Die Fiberglasfreaks. Sind auch heute noch "pro" Fiberglas" eingestellt. MEINL (GER) Kurzausflug der Meinls ins Fiberglasreich mit "Kochtopf-Optik". Meinl ist im Congabereich mit Fiberglas erfolgreich.
TAMA (JPN) Auch die Japaner waren aktiv - ein rares Stück - das "TAMA HOSHINI" aus den 70ern.
HOLLYWOOD (ITA) Hollywood Meazzi - Eingenwilliges 60s Kit aus Italien mit der unverwechselbaren "Milchglasoptik". KIRCHHOFF (GER) Junge, deutsche Acryldrumschmiede - erstklassige Qualität, gute Tarife.
MILESTONE (USA) Pionier aus den USA. Aus dieser Company entwickelte sich später die Firma Tempus. WAHAN (GER) Deutsche Schlagzeughersteller – mit interessanten Acryl- und Carbon-Drums im Sortiment. REMO (USA) Die Fellikonen experi-mentieren mit dem Kunststoff "Acoustion" für Snares, Percussion und komplette Drumkits.
ROCKET SHELLS (USA) Die legendären, dunklen Carbon-Kits aus den 90ern: Unkaputtbar, eigenwillig, durchsetzungsstark. PORKPIE (USA) Seit Ende der 80er baut PorkPie Drums aus L.A. erstklassige Drums - auch aus Acryl.
TRIXON (GER) Der kreative Drumkonstrukteur der die brennenden 50er ;-) Themen "Atom, Marsmenschen, Kabinenroller & Nierentisch" in Schlagzeugform modellierte. RIMMEL (GER) Gleiche Wellenlänge wie Trixon. Hier die Rimmel "Showman" mit der Eierbassdrum (Bild von Trixondrums.de)
GIGPIG (SWE) Klasse Idee nach dem Cajon-Prinzip ein ganzes Kit zu bauen. Klingt gut - fix aufgebaut! IKEA-Kit! DALDOSS (ITA) Das sind keine 50´s Kits sondern neue Drums - made in Italy! Komplette Sets in "gold sparkle"...konische Bassdrums und Toms im Vintage-Look.
SPAUN (USA) Erinnert an Orange Country - auch aus Kalifornien - jede Konfiguration wird ermöglicht. Bekannt auch für die "Loch-Snares".
ISCHER (SUI) Pocket Zoom Drums. "Ziehharmonika-Drums" mit flexiblem, stufenlos ausziehbaren Trommeln, die eine ungeahnte Klangvielfalt ermöglichen.
OCDP (USA) Orange County Drums - kreativer Drumhersteller: kalifornische Edelschmiede abseits des Mainstreams: Alles ist möglich, alle Materialien, Halterungen, Finishes...
DS (ITA) Edel-Custom Drums aus Rivoli. DS - Drumsound. Sehr hochwertige Drumssets - fertige Shellsets und custom - auffällig durch die kugelrunden Böckchen sowie unzählige Finishes.
PRECISION (USA) Precision Drum Company Inc. Hier geht alles: Shelltype, Grösse, Böckchen, Finishes - nichts ist unmöglich - alles nach Kundenwunsch.
RISEN DRUMS (USA) Bekannte Custom Drum Schmiede aus Minnesota, USA - unzählige Sound- und Finishvarianten.
COCKTAIL-KITS (USA)
Erstes Cocktail-Kit der 40er von Carlton. Rogers, Slingerland - weltbekannt durch das Retro "Club-Jordan-Kit" von Yamaha.
ARBITER (GB) Fantastische Idee von Ivor Abiter. 1970 entwickelte der die "Arbiter Autotunes", die Schraubtrommeln. Leider nicht durchgesetzt (bis auf die "Flats")
CAPELLE (FRA) Innovative Drumcompany aus Frankreich: Berühmt durch die "Excalibur-FuMa", sowie die "Turbo" Killer-Bassdrum von 24" bis 32" (!!!) Tiefe. BOOM!

ODD DRUMS Nicht nur in punkto Materialien ist alles möglich...Kessel müssen zwar zwangsläufig zylindrisch sein, aber formal ist mehr möglich wie North und Staccato bewiesen. Die Cocktail-Drums wurden in den 40ern ern durch die Firmen Calton und später bis in die 50er und 60er von Slingerland und Rogers entwickelt. Am bekanntesten ist sicherlich die neuaufgelegte Hommage an diese Drum-Ära: Das Retro-Kit "Club-Jordan" von Yamaha. Gibt übrigens eine gute Seite dazu http://www.cocktaildrum.com. Das ungewöhnlichtste Kit aus der Frühzeit stammt aus Deutschland: Die Trixon-Schlagzeuge mit der Nierentisch-Optik. Diese Kits sind das Pendant zur "BMW Isetta" und dem "Messerschmidt Kabinenroller" und versprühen den Wirtschaftswundergeist wie "Ludwig" und "Premier" die 60´s-Beat-Ära und die Fiberkits den 70´s Futurismus: Highlights natürlich das "Trixon-Speedfire" mit eliptischer Bassdrum sowie das "Trixon-Telstar" mit konischer Bassdrum: Das Standtom besitzt einen Luftschlauf - damit kann man durch Luftzufuhr die Tonhöhe verändern ;-))), dazu die nierenförmige oder "egg-shape" Bassdrum bzw. konische Kessel... http://www.trixondrums.de Und natürlich die neuen "odd" Drums - im Retro-Look wie die "Daldoss" sowie die neuen Kreativschmieden wie Ischer, Truth, Spaun - und Trendsetter Orange County (OCDP).
CUSTOM KITS Wer will schon ein Kit von der Stange? Nach dem 90er Beatles "Oyster-Kit" Revivals folgte der Run auf "Sparkle-Kits" im Fifties-Design. Auch die grossen Companys wie Sonor, Pearl, Tama oder angesagte Marken wie DW wollten den Zeitgeist nicht verpassen und erweitern seitdem kontinuierlich das Sortiment – Exoten wie Orange County haben farbige Hardware ins Spiel gebracht...auch im günstigen Segment bieten seit 2006 Companys wie DDrum, Premier und Pacific Drums ungewöhnliche Sets mit farbiger Hardware. Im oberen Segment ist das auch keine Seltenheit mehr: Custom Drums werden mittlerweile von allen Big Companys in der Oberklasse angeboten. Einen Schritt weiter sind die speziellen Custom-Schmieden wie "Risen Drums", "DS" oder "Precision Drums". Hier gibt´s (fast) nur massgeschneidert...den eigenen Vorstellungen von Material, Materialstärke, Böckchen, Finish etc. steht nichts mehr im Weg.